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FBM ´15
Frankfurt: Wir sind Nische

Wie kann man als kleiner Verlag gelten, sichtbar werden? Wie in die Buchläden kommen, in die Feuilletons, auf die Preislisten? Dies ist wohl seit jeher die Crux der unabhängigen Verlage. Auf der diesjährigen Buchmesse wird genau diese Sichtbarkeit der Indie-Verlage zum Thema. Wir haben uns aufgemacht, sie zu finden, großartige Verlagsprogramme aufgespürt und uns vielfältig verliebt. Unsere zweite Begegnung.

Von Annie Rutherford und Marisa Rohrbeck

»Wir sind so etwas wie Comic-Pioniere. Vorher gab es kaum deutsche Graphic Novels«. So erzählt uns Matthias Wendrich, Mitarbeiter von avant. Schon seit 2001 veröffentlicht der Berliner Verlag sorgfältig edierte Graphic Novels. Seit seinem Anfang legt er besonderen Wert darauf, junge deutsche Autor*innen zu fördern und ist damit ein fester Bestandteil der deutschen Graphic Novel-Szene geworden. Gleichzeitig holt er auch viele europäische Projekte nach Deutschland.

FBM-Report


Unsere Autorinnen, die zwei Kulturvermittlerinnen Annie Rutherford und Marisa Rohrbeck, zieht das Buchbetriebs-Gewimmel magisch an. Kein Wunder also, dass es sie nun auch nach Frankfurt am Main verschlagen hat. In den nächsten Tagen kommentieren sie für Litlog Verlagstrends, Eventformate und das, was man gemeinhin als persönliche Degeneration bezeichnen würde, allesamt Effekte der Frankfurter Buchmesse-Woche.

 

Verlag


Seit 2001 publiziert der avant-verlag Comics und Graphic Novels für Leser und Liebhaber moderner Grafik und Kunst. Autoren wie Manuele Fior, Joann Sfar, Gipi, Stefano Ricci, David B. und Ulli Lust geben dem avant-verlag sein Profil. Sie erzählen politische, aber auch persönliche Geschichten, entwickeln innovative Bildsprachen und zeigen den Comic als ein aufregendes Medium mit literarischer Qualität.

 

Buch


Manuele Fior (Text & Zeichnung)
Die Übertragung
avant-Verlag, Berlin, 2013
176 Seiten, 24,95€

 
 
Kern des Programms ist der Anspruch, die Graphic Novel als ein aufregendes Medium mit literarischer Qualität zu präsentieren. Dabei stellt sich der Verlag gegen häufige Stereotypen des Genres, indem er sich vor allem Autor*innen widmet, die politische, oder aber auch persönliche Geschichten erzählen, die also statt der phantastischen Welt der Superhelden reale soziale Zerwürfnisse schildern. »Wir sind sehr Nische«, betont Matthias, »es geht uns ums Profil – es muss klar sein: Das ist ein avant-Buch.« Dieses Jahr gründete der Verlag auch eine Klassikreihe, die Lesern Neuausgaben von den bedeutendsten Werken des Graphic Novel-Kanons bietet.

Matthias‘ besonderes Baby im Programm? Die Übertragung von Manuele Fior: eine dystopische sci-fi Geschichte, wie man sie sonst nicht kennt. Statt bunter Superheldeneffekte setzt das Buch auf eine kraftvolle Ästhetik mit liebevollen Kayal- und Kohlezeichnungen. Wir lieben an diesem Verlag vor allem die Teaser-Ausgaben, die einen kleinen Einblick in den Büchern geben. Ein Video Beispiel seht Ihr hier.



Metaebene
 Autor:
 Veröffentlicht am 18. Oktober 2015
 Bild von Marisa Rohrbeck, Porträtfotos mit freundlicher Genehmigung des Literarischen Zentrums Göttingen
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